Faces Of Construction: DI Hubert Wetschnig
Ab und zu verlassen wir als waschechte Baustellenfotografen unsere gewohnte Spielwiese – den Dreck, den Beton und die großen Maschinen – und wagen uns an ein Genre heran, in dem wir vielleicht nicht ganz so sattelfest sind wie auf dem Baukran. Da passieren uns hinter der Kamera auch schon mal kleine Hoppalas, aber wir sind mit absolutem Herzblut dabei!
Unsere Porträt-Fotoserie „Faces Of Construction“, die wir neben unserem Buchprojekt „Under Construction“ mit viel Leidenschaft vorantreiben, hat uns diesmal einen echten Giganten der Bauindustrie vor die Linse gebracht. „Baulöwe“ wäre jetzt fast schon zu kitschig, aber DI Hubert Wetschnig, seines Zeichens CEO der HABAU Group, ist definitiv einer der ganz großen Namen im Baugeschäft.
Da wir als Architektur- und Baustellenfotografen seine beeindruckenden Bauprojekte in den letzten Jahren schon unzählige Male ablichten und filmen durften, war es nur logisch: Dieser Mann braucht einen Ehrenplatz in unserer Fotoserie!
Und weil wir diese großartige Gelegenheit gleich beim Schopf packen wollten, haben wir das Kamera-Objektiv für einen Moment beiseitegelegt und ihm ein paar Fragen zum Thema Baustellen, deren Bedeutung und seiner persönlichen Verbindung dazu gestellt:
Fotografiert mit einer Intrepid 4×5 Inch Kamera auf Ilford FP4 Plus Film.
Was verbinden Sie persönlich mit Baustellen?
Als Chef eines Bauunternehmens sind Baustellen für mich das eigentliche Fundament. Genau dort wird unser Geld verdient und nicht in den Verwaltungsbüros. Das, was wir bauen, sind unsere wahren Produkte. Als Ingenieur, der für das operative Geschäft zuständig ist, schlägt mein Herz ganz klar für die Baustelle. Das Besondere an unserer Branche ist, dass kaum ein Projekt dem anderen gleicht. Jedes Vorhaben hat andere Rahmenbedingungen, wodurch unsere Baustellenteams permanent gefordert sind, neue Lösungen zu finden. Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert, welch innovative Wege dabei beschritten werden. Erst kürzlich war ich auf einer U-Bahn-Baustelle: Wenn man sieht, wie dort gebaut und auch wieder rückgebaut wird, ist es schlichtweg unglaublich, was technisch heute alles machbar ist.
Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist und warum?
Ja, das war das erste wirklich große Projekt, das ich in die HABAU eingebracht habe. Es handelte sich um ein Public-Private-Partnership-Projekt (PPP), genauer gesagt eine Umfahrung in Berlin, mit einem Volumen von fast einer Milliarde Euro. Ich war damals noch ganz frisch im Unternehmen und habe direkt diese enorme Verantwortung übernommen. Das Projekt ist mir so eindrücklich in Erinnerung geblieben, weil es eine riesige Herausforderung war – auch logistisch. Als ich intern in der HABAU-Gruppe fragte, wer für diese tolle Aufgabe nach Berlin gehen möchte, habe ich anfangs nur sehr wenige Hände gesehen, die sich freiwillig gemeldet haben. Aber wir haben diese Hürde gemeistert. Am Ende war es ein hochkomplexes Projekt, das von extremer Kundenzufriedenheit und großem wirtschaftlichen Erfolg gekrönt war. Da wir die Strecke noch für die nächsten 30 Jahre betreiben, gehört sie ja gewissermaßen noch zu uns. Es war meine erste große Erfolgsgeschichte im Unternehmen. Natürlich gibt es noch viele andere, aber das ist spontan mein erstes, absolut prägendes Projekt.
Baustelle bedeutet für Sie?
Innovation. Denn auf jeder Baustelle begegnet uns immer wieder etwas völlig Neues.

