Die Bedeutung von Baustellenfotos
Intrepid 4×5inch Kamera | Ilford FP4 Plus | ISO 100
Warum wir Baustellen nicht nur fotografieren, sondern erleben
Eine der Baustellen, die wir aktuell regelmäßig begleiten, liegt in Grinzing, in Wien.
Ein Wohngebäude. Auf den ersten Blick nichts Spektakuläres.
Ein Projekt, an dem man später wahrscheinlich einfach vorbeigeht – ohne zu ahnen, was davor alles notwendig war, damit es genau so dastehen kann.
Für das Bauunternehmen Swietelsky fotografieren und filmen wir diese Baustelle. Wir kommen immer wieder. Sehen Fortschritte. Sehen Rückschläge. Sehen, wie sich Dinge verändern – und manchmal auch wieder verschwinden.
Nikon F2 | 28mm f2.8 | Ilford HP5 Plus | ISO 400
Nikon F2 | 28mm f2.8 | Ilford HP5 Plus | ISO 400
Was man später nicht mehr sieht
Wenn man sich nur die Renderings ansieht, wirkt vieles logisch, ruhig, sauber.
Die Realität auf der Baustelle ist eine andere.
Bauen in einer Baulücke. Teilweise mit Bestand. Wenig Platz. Viel Verantwortung.
Bohrpfähle, Mikropfähle, Spritzbeton, Unterfangungen, händische Arbeit, Kleinstgeräte.
Und immer wieder Lösungen für Dinge, die am Papier ganz einfach aussehen – vor Ort aber alles andere als das sind.
Man könnte jetzt ins Detail gehen. Aber eigentlich reicht ein Satz: Diese Baustelle fordert. Jeden Tag.
Nikon F2 | 28mm f2.8 | Ilford FP4 Plus | ISO 100
Nikon F2 | 28mm f2.8 | Ilford FP4 Plus | ISO 100
Nikon F2 | 28mm f2.8 | Ilford HP5 Plus | ISO 400
Ein Satz, der hängen geblieben ist
Bei einem unserer letzten Shootings haben wir länger mit dem zuständigen Bauleiter gesprochen. Nichts Großes. Kein Interview. Einfach ein Gespräch zwischendurch.
Irgendwann sagte er – nebenbei –, dass er es sehr schade findet, dass man die Leistung seines Teams nach Fertigstellung eigentlich gar nicht mehr sieht.
All die schwierigen Phasen. Die Meilensteine. Die intensiven Momente. Alles weg. Verdeckt. Vergessen. Dieser Satz ist hängen geblieben. Denn genau das ist der Punkt.
Warum Baustellenfotos wichtig sind
Baustellen sind anstrengend. Laut. Schmutzig. Sie verlangen dem gesamten Team enorm viel ab. Aber gleichzeitig steckt darin auch Stolz. Zusammenhalt. Verantwortung. Handwerk.
Baustellenfotos halten genau das fest. Nicht nur der Baufortschritt. Sondern das, was sonst verschwindet.
Eine Unterfangung, mühsam händisch gegraben und betoniert. Technisch essenziell – aber nach kurzer Zeit unter einer Fundamentplatte verschwunden. Kein Mensch wird sie später sehen. Außer auf Fotos. Und genau diese Fotos werden mit der Zeit immer wertvoller.
Menschen, nicht nur Maschinen
Für uns sind Baustellenfotos untrennbar mit den Menschen verbunden, die dort arbeiten. Mit ihrer Routine. Ihrer Erfahrung. Ihrem Humor. Mit Momenten, die man nicht planen kann. Ein kurzer Blick. Ein Lachen zwischendurch. Ein konzentrierter Moment kurz vor dem nächsten Arbeitsschritt.
Das alles gehört genauso zur Baustelle wie Beton und Stahl.
Auch unser eigener Zugang zur Baustellenfotografie hat sich über die Jahre verändert. Früher waren unsere Bilder technischer. Sauberer. Distanzierter.
Heute interessieren uns andere Dinge.
Stimmung. Licht. Charakter.
Momente, die nicht perfekt sind – aber ehrlich. Wir wollen keine klinischen Baustellenbilder mehr. Wir wollen Fotos, die sich nach Baustelle anfühlen. Die zeigen, wie es dort wirklich ist.
Fuji Instax Evo
Fuji Instax Evo
Baustellen als Erinnerung
Viele sehen in Baustellen kein emotionales Motiv. Wir sehen darin Geschichten.
Unser Archiv ist mittlerweile voll von Momenten, die es so nicht mehr gibt: Blicke über Wien aus einem Rohbau, der längst geschlossen ist. Kranabbauten in luftiger Höhe. Umbauten, die abgeschlossen sind. Gebäude, die heute selbstverständlich wirken – und es früher nicht waren.
Wir sind unglaublich dankbar, Teil all dieser Geschichten zu sein. Dabei sein zu dürfen und genau diese flüchtigen Momente festzuhalten.
Denn Baustellenfotos sind für uns mehr als Dokumentation. Sie sind Erinnerungen an etwas, das nur kurz existiert – aber enorm viel bewegt.
Polaroid SX-70
Polaroid SX-70
Polaroid SX-70

