Fuji Instax Wide EVO – unsere Erfahrungen als Baustellenfotografen

Zwischen Gimmick und Genialität: Unser Fazit zur Hybrid-Kamera

Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.

Sofortbildkameras hatten für uns immer einen gewissen Reiz. Einerseits aus technischer Perspektive – für uns als absolute Chemie-Laien ist es bis heute ein kleines Wunder, wenn aus einem rohen, unbelichteten Bild langsam ein Foto entsteht. Dieses Warten, dieses Beobachten, wie sich Formen und Kontraste langsam zeigen, hat etwas Magisches.
Andererseits ist da der Look. Und die Tatsache, dass man innerhalb weniger Sekunden ein fertiges Bild in den Händen hält. Kein Bildschirm, kein Nachbearbeiten, kein „wir schicken es später“. Einfach ein Foto. Jetzt.

Als Baustellenfotografen sind wir ständig auf der Suche nach Werkzeugen, die echte Baustellenmomente einfangen – und genau hier hat uns die Fuji Instax Wide EVO überrascht.
Gerade auf Baustellen, wo vieles roh, laut und ungeschönt passiert, passt dieses Medium erstaunlich gut. Baustellen sind Handwerk. Sofortbild ist Handwerk. Irgendwie hat sich das Thema für uns schon lange richtig angefühlt – auch wenn wir lange nur damit geliebäugelt haben.

Die Fuji Instax Wide EVO im echten Baustelleneinsatz

Seit einigen Monaten sind wir nun stolze Besitzer einer Fuji Instax Wide EVO. Und ja – sie hat mittlerweile einige Baustellen gesehen. Sie begleitete uns bei unzähligen Baustellenbesuchen, wir haben einige Filme damit belichtet und sie zwischen Beton, Staub, Schalung und Baucontainern eingesetzt.

Was uns sehr schnell aufgefallen ist: Diese Kamera ist ein unglaublicher Icebreaker. Es macht jedes Mal Freude, den Menschen direkt vor Ort Fotos mitzugeben. Man kommt ins Gespräch, erklärt kurz, was das für eine Kamera ist, drückt auf den Auslöser – und wenige Sekunden später hält jemand sein eigenes Baustellenfoto in den Händen.
Für uns als Baustellenfotografen ist das ein unschlagbarer Zugang. Nähe entsteht sofort. Und genau darum geht es uns bei Baustellenfotos oft mehr als um technische Perfektion.

Nach einigen Monaten Nutzung würden wir sagen: Cooles Teil – mit Charakter. Aber auch mit ein paar Macken. Und genau darüber wollen wir hier ehrlich sprechen.

Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.
Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.
Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.

Welche Sofortbildkamera kaufen – Polaroid oder Instax?

Der Markt der Sofortbildkameras ist überschaubar. Wenn man wirklich analog arbeiten möchte, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten: Polaroid oder Instax von Fuji.

Rein vom Bauchgefühl und vom Thema „echte Baustelle“ hätte uns eine Polaroid SX-70 extrem gereizt. Dieses Teil atmet Geschichte. Roh, direkt, kompromisslos – eigentlich perfekt für analoge Baustellenfotos.

Aber ganz nüchtern betrachtet – und mit einem kleinen Schuss Vernunft (ja, das kommt auch bei uns manchmal vor) – wurde es die Fuji Instax Wide EVO.
Der Hauptgrund dafür war unser Workflow. Wir erstellen Baustellenfotos für unsere Kunden sowohl analog als auch digital. Uns war wichtig, dass es ein echtes Sofortbild ist – kein Inkjet-Print eines mobilen Minidruckers. Nicht, weil diese schlechter wären, sondern weil es für unseren Arbeitsalltag einfach besser passt.

(Spoileralarm: Wenige Monate später ist dann doch noch eine Polaroid SX-70 bei uns eingezogen. Momentan noch viel zu selten im Einsatz – aber wir sind gespannt, wie sie sich in dieser Saison auf der Baustelle schlägt.)

Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.
Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.
Die hybride Sofortbildkamera Fujifilm Instax Wide Evo im Baustelleneinsatz bei MW-Architekturfotografie.

Cheat-Code: Die Hybrid-Sofortbildkamera

Jetzt aber zum Elefanten im Raum: Die Fuji Instax Wide EVO ist eine Hybridkamera.
Im Gegensatz zu klassischen Sofortbildkameras wird das Foto zuerst digital aufgenommen – ganz klassisch über einen Bildsensor. Die Kamera besitzt ein Display für die Aufnahme und die Bildkontrolle, einen Sucher sucht man bei Fuji vergebens.

Und jetzt kommt der wirklich große Vorteil im Baustellenalltag:
Man kann selbst auswählen, welche Bilder tatsächlich auf Film belichtet werden. Bei klassischen Sofortbildkameras kommt jedes Foto raus – egal ob gelungen oder nicht. Bei der Instax Wide EVO hat man die volle Kontrolle. Das fühlt sich fast ein bisschen nach Schummeln an, ist aber im Alltag unglaublich praktisch und spart jede Menge Geld.

Wichtig ist dabei: Auch wenn Fuji von „Drucken“ spricht, entsteht am Ende ein echtes analoges Sofortbild.
Vereinfacht gesagt liegt das Foto digital in der Kamera vor. Beim Ausbelichten wird es über ein internes Belichtungssystem auf den Instax-Film projiziert. Keine Tinte, kein Toner, kein Laser – reine optische Belichtung.

Ein zusätzlicher Bonus für unseren Baustellen-Workflow: Wir müssen nicht zwingend Film eingelegt haben, um zu fotografieren. Oft laden wir nur eine Packung Film für die Fotos, die wir direkt auf der Baustelle verteilen möchten, und belichten die besten Motive später im Büro. Das spart Platz im Rucksack – und Nerven.

Preis, Filme und Verfügbarkeit – ein realistischer Blick

Die Fuji Instax Wide EVO ist deutlich günstiger als manche modernen Polaroid-Modelle und ungefähr auf dem Niveau einer gut erhaltenen Polaroid SX-70 – wobei letztere inzwischen rund 50 Jahre alt ist und oft ein Service dringend nötig hat.

Auch bei den Filmen liegt Fuji klar vorne. Instax-Filme sind günstiger und vor allem deutlich besser verfügbar. Eine Packung Instax Schwarz-Weiß-Film mit zehn Bildern bekommen wir oft für rund neun Euro. Bei Polaroid bezahlt man schnell mehr als doppelt so viel – und erhält dafür weniger Bilder.

Noch wichtiger als der Preis ist für uns die Verfügbarkeit. Polaroid-Filme, speziell für die SX-70, sind gefühlt ständig ausverkauft. Für unseren Arbeitsalltag wäre das ein echtes Problem.

Objektiv, Bildqualität und warum Perfektion hier keine Rolle spielt

Verbaut ist ein Weitwinkelobjektiv mit einer fixen Brennweite von rund 16 mm (umgerechnet auf Kleinbild) und einer Blende von f/2.4. Zusätzlich gibt es einen „Normal-Mode“, der auf etwa 28 mm wechselt – allerdings durch einen digitalen Beschnitt.

16 mm sind normalerweise nicht unser Revier. Das fühlt sich anfangs sehr weitwinkelig an. Mit den 28 mm hingegen haben wir uns sofort zu Hause gefühlt. Mittlerweile nutzen wir beide Modi gezielt – und waren in manchen Situationen richtig froh, den extremen Weitwinkel dabei zu haben.

Was die Bildqualität betrifft, hatten wir anfangs gemischte Gefühle. Natürlich wussten wir, dass wir keine Kamera kaufen, die uns technisch vom Hocker reißt. Trotzdem hatte man irgendwo tief im Inneren eine gewisse Erwartungshaltung. Und ja – auch wir sind nicht immun gegen Pixel-Peeping.

Wenn man an Kameras wie eine Nikon Z9 oder Zf gewöhnt ist, dann wird einem die Instax Wide EVO nicht beeindrucken. Die Fotos werden ausschließlich als JPEG gespeichert, RAW gibt es nicht. Der ISO-Bereich wird automatisch geregelt, manuelle Eingriffsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt.

Aber genau das ist auch der Punkt.
Die Instax ist für uns kein Werkzeug für perfekte, knackscharfe Baustellenfotos. Sie ist ein Werkzeug für Momente. Für Stimmung. Für Charakter.
Ähnlich wie bei unseren analogen Baustellenfotos auf Negativfilm geht es nicht um Perfektion, sondern um das, was hängen bleibt.

Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.

Schwarz-Weiß, Chemie und kleine technische Eigenheiten

Wichtig zu erwähnen ist auch: Die Instax-Schwarz-Weiß-Filme sind technisch gesehen keine echten Schwarz-Weiß-Filme. Es handelt sich um Farbfilme, die auf Graustufen optimiert sind. Das ist kein Fuji-Problem, sondern systembedingt.

Instax basiert auf Farbstoff-Chemie. Das Bild besteht aus Farbstoffen – nicht aus metallischem Silber, wie bei klassischem Schwarz-Weiß-Film. Tiefes Schwarz und reines Weiß gibt es daher nicht, stattdessen leichte Warm- oder Kaltstiche.

Uns stört das nicht. In der Vergangenheit haben wir die gedruckten Bilder gescannt und in Lightroom nach unserem Geschmack weiterverarbeitet – genau wie andere analoge Baustellenfotos auch.

Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.

Echte Baustelle, echte Nachteile

So viel wir an der Kamera mögen – es gibt auch Punkte, die uns im Baustellenalltag geärgert haben.

Geschwindigkeit:
Einschalten und Autofokus sind eher gemütlich. Gerade bei suboptimalem Licht haben wir dadurch schon Momente verpasst. Instax bedeutet: bewusst langsamer arbeiten.

Akkulaufzeit:
Die Akkulaufzeit ist leider schwach. Alles läuft über Live-View, auch der Druck frisst Energie. Nach gefühlt 1 Stunde ist Schicht im Schacht Besonders schade finden wir den fix verbauten Spezialakku.

Witterungsschutz:
Die Kamera ist nicht wetterfest. Auf Baustellen bei Regen oder Schnee muss man definitiv aufpassen.

Buggy Verhalten:
Zweimal ist die Kamera komplett eingefroren. Erst nach leerem Akku lief sie wieder. Das ist lästig – wir hoffen auf ein Firmware-Update.

Kälte:
Kälte ist kein Kameraproblem, sondern ein Chemie-Thema. Die Entwicklung dauert länger, Farbstiche sind möglich. Wir halten die Kamera möglichst warm.

Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.
Schwarz-Weiß Instax Wide Sofortbild. Das Foto zeigt eine Baustellenszene. Authentische Baustellenfotografie von MW-Architekturfotografie.

Fazit: Charakter schlägt Perfektion

Liebe auf den ersten Blick war es nicht – so ehrlich sind wir. Wahrscheinlich sind wir einfach zu sehr von unseren anderen Kameras verwöhnt.
Aber je öfter wir die Fuji Instax Wide EVO einsetzen, desto mehr Freude haben wir damit.

Dass man Bilder direkt beim Shooting teilen kann, dass die Drucke nicht perfekt wirken und genau deshalb so gut zur Baustelle passen – das macht einfach Spaß. Bildqualität macht hier Platz für Charakter und Charme.

Warum wir Sofortbildkameras für Baustellenfotos nutzen:
Als Baustellenfotografen kombinieren wir digitale Fotografie mit analogen Baustellenfotos. Die Fuji Instax Wide EVO ist dabei kein Ersatz für unsere Hauptkameras, sondern eine Ergänzung für echte Baustellenmomente, direkte Begegnungen und Sofortbilder mit Charakter.

Würden wir sie wieder kaufen?
Mittlerweile ganz klar: Ja.

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